RNZ-Bericht vom 25.06.2018

Französisch lernen für Europa 

Bunsen-Gymnasium bekommt Auszeichnung für besondere Vermittlung der französischen Sprache

Von Lilly von Consbruch

Versteht man eine Sprache, versteht man auch mehr von der Welt: Als Partnerschule für Europa setzt sich das Heidelberger Bunsen-Gymnasium seit Jahren verstärkt für die Vermittlung der französischen Sprache und Kultur an der Schule ein. Als eine der ersten Schulen Deutschlands bietet das Gymnasium das Deutsch-Französische Abitur, „Abi-Bac“ genannt, an und führt bereits Schüler ab der fünften Klasse durch einen bilingualen Zweig an die französische Sprache heran. Für die erfolgreiche Vertiefung der deutsch-französischen Freundschaft bekam die Schule nun sogar die Auszeichnung „Label FrancÉducation“ vom französischen Außenministerium verliehen.

Myriam Grafto, die stellvertretende Leiterin der Kulturabteilung in der französischen Botschaft in Berlin, machte bei der Verleihung deutlich, dass das französische Außenministerium von der Arbeit des Bunsen-Gymnasiums begeistert sei: „Die Förderung des Bildungsniveaus, die Vermittlung der französischen Kultur und der Austausch und Mobilität stehen in dieser Schule ganz oben auf dem Lehrplan“. Durch das „Label FrancÉducation“ sollen die Beziehungen zum Nachbarland Frankreich nun noch weiter intensiviert und neue Projekte verwirklicht werden.

„Die Auszeichnung gibt uns die Möglichkeit, Teil des weltweiten Netzwerks zu werden, dem bisher 200 Schulen angehören“ , meinte Schulleiter Volker Nürk und erklärte weiter: „Wenn wir Kontakte zu diesen Partnern knüpfen, haben wir noch mehr Chancen, den Kindern die französische Sprache und Kultur näher zu bringen.“ Auch Gregor Leyenberger, Sprachattaché am Institut Français in Stuttgart, betonte, dass der Austausch mit den Schulen des internationalen Netzwerks dem Bunsen-Gymnasium den Zugang zu vielfältigen pädagogischen und kulturellen Angeboten ermöglichen wird und die Sprachförderung so noch verstärkt werden kann.

Das Heidelberger Gymnasium ist die zehnte Schule inDeutschland, die mit dem Label geehrt wurde. Für die Auszeichnung hatte sich das Gymnasium im vergangenen Jahr beworben. „Dafür mussten wir alle unsere Aktivitäten und Angebote, die die französische Sprache und das Verständnis der Kultur fördern, schriftlich Zusammentragen“, sagte Sophia Gierok, die die französische Abteilung der Schule leitet. Neben dem Abi-Bac und der bilingualen Klasse gehören dazu eine französische Woche an der Schule, Austauschprogramme mit den Partnerschulen in Montpellier und Wissembourg, sowie sogenannte „Drittortsbegegnungen“. Anna, Alice und Florine aus der siebten Klasse stellten in einem kurzen Schauspiel auf Französisch dar, was sie aus ihrem Austausch in Montpellier mitgenommen haben.

Auch Schüler der zehnten Klasse brachten den Anwesenden die Projekte der Schule näher: „Bei Drittortsbegegnungen treffen sich die Schüler aus unserer zehnten Klasse mit den Schülern einer Seconde aus Wissembourg an einem dritten, neutralen Ort“, erklärten Anne und Lara aus der 10a auf Deutsch, während David und Thibault das Ganze auf Französisch übersetzten. Bei ihrer Drittortsbegegnung in Lyon erarbeiteten die Zehntklässler gemeinsam mit den französischen Schülern die Geschichte der Demokratie in Lyon und kamen zu diesem Schluss: „Demokratie war nie etwas Selbstverständliches, und das wird es auch nie sein.“

Gerade deshalb sei die Sprachförderung so besonders wichtig, meint Leyenberger. Sein Appell an die Schüler: „Das Verständnis einer fremden Sprache und Kultur kann Euch helfen, ein einzigartiges Europa zu schaffen.“ Das Bunsen-Gymnasium wird auch weiterhin seinen Teil dazu beitragen, diesem Europa ein Stück näher zu kommen.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok